PAPA lässt sich von TOCHTER verführen   Leave a comment

Aus Kinderspiel wird schwerer Missbrauchsfall

Justiz: Jugendschöffengericht verurteilt Odenwälder, der sich an eigener Tochter vergangen hat, zu zwei Jahren auf Bewährung

MICHELSTADT.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs, begangen an der eigenen, zur Tatzeit sechs Jahre alten Tochter, hat das Michelstädter Jugendschöffengericht einen Odenwälder zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem muss der Mann 3000 Euro Geldauflage an eine gemeinnützige Organisation zahlen und sich selbst einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung unterziehen.

Wie die Hauptverhandlung ergab, hatte es der Mittvierziger an einem Spätnachmittag im vergangenen Jahr zugelassen, dass seine Tochter ihm beim gemeinsamen Rangeln an sein Geschlechtsteil gegriffen und dieses später auch in den Mund gesteckt hatte. Herausgekommen war der Missbrauchsfall, weil zunächst das Kind seiner Mutter am Abend von dem Geschehen erzählt hatte und diese später ihren Mann zur Rede stellte.

Der Angeklagte war sich laut eigener Aussage schon unmittelbar nach der Tat der Tragweite seines Handelns bewusst geworden. So verabschiedete er sich nach der abendlichen Auseinandersetzung mit dem Hinweis, er werde sich umbringen, von seiner Frau. Diese schaltete daraufhin die Polizei ein, und deren Ermittlungen brachten auch die vorangegangene Tat zutage.

In der Hauptverhandlung, bei der die Öffentlichkeit über weite Strecken ausgeschlossen blieb, zeigte sich der Beschuldigte umfassend geständig. Eine Erklärung für sein Verhalten, das er selbst als »größten Fehler« und »größte Niederlage« seines Lebens einstuft, konnte er allerdings nicht liefern. Fest steht jedenfalls, dass der beruflich durchaus erfolgreiche, aber nach eigenen Angaben im Job stark unter Druck stehende Mann zunehmend trank und alkoholabhängig war. Auch zur Tatzeit hatte er zwischen 1,3 und 1,5 Promille Alkohol im Blut.

Dieses Problem hat der Mann, wie seine Frau bestätigte, nach einer Entzugstherapie im Griff. Auch die Familie hat sich in den vergangenen Monaten offenbar wieder zusammengerauft, und für die Tochter scheint die Tat bislang kein größeres Thema zu sein. Ob dies so bleibt, ist kaum vorhersehbar, dennoch riet die hinzugezogene Gutachterin von der Forensischen Psychiatrie in Wiesloch, das Kind mit dem Geschehen von behördlicher Seite »in Ruhe zu lassen«. Es bestehe ansonsten die Gefahr, mit einem gut gemeinten therapeutischen Ansatz das Gegenteil zu erreichen und das Mädchen stattdessen zu traumatisieren.

Da die Fachärztin zudem beim Angeklagten keine Anzeichen für verstärkte pädosexuelle Neigungen festgestellt hat und das Missbrauchsgeschehen nach Einschätzung aller Prozessbeteiligten als – wenn auch »schwerwiegender« und »unentschuldbarer« – Einzelfall zu bewerten ist, plädierten Staatsanwaltschaft wie Verteidigung auf eine zweijährige Bewährungsstrafe. Dem schloss sich das Gericht letztlich an.

Vorsitzender Richter Helmut Schmied führte dem Angeklagten allerdings noch einmal vor Augen, an welch‘ seidenem Faden dieser Ausgang hing. Bei anderem Verlauf des Tatabends hätte der Weg des Beschuldigten auch vor den Haftrichter und danach in die Untersuchungshaft führen können. »Sie hatten Glück und haben eine Chance bekommen«, so Schmied, der dem Angeklagten immerhin attestieren konnte, diese Chance bislang genutzt zu haben.

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Veröffentlicht November 15, 2010 von liebeslehre in kindersexualität, prozess urteil

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